Medikamente aus dem Schlauch

Die meisten Medikamente werden im sogenannten „Batch-Verfahren“ hergestellt: Die Ausgangssubstanzen werden in einem großen Reaktor gemischt und zur Reaktion gebracht. Jetzt gibt es eine weitere Möglichkeit.

 

Zugegeben, ich habe mir bisher wenig Gedanken dazu gemacht, wie genau die Pharmaindustrie Arzneimittel produziert. In meiner Tätigkeit komme ich mit einem neuen Produkt ja erst in Kontakt, wenn es in die klinische Prüfung geht. Dennoch fand ich den Beitrag im Deutschlandfunk sehr interessant. Dass man Medikamente jetzt auch „im Schlauch“ herstellen kann, hätte ich nicht vermutet.

Das Verfahren, chemische Produkte in einem Durchflussverfahren herzustellen, ist an sich nicht neu. Bezogen auf Arzneimittel gelten jedoch extrem hohe Qualitätsanforderungen. Jetzt ist es Forschern bei Ely Lily gelungen, den Wirkstoff Prexasertib gegen das kleinzellige Lungenkarzinom mit dieser Technik nach GMP-Standard (good manufacturing practice) zu produzieren. Ein Vorteil liegt darin, dass sich der Herstellungsprozess besser kontrollieren läßt. Außerdem lassen sich auf diese Weise kleinere Mengen der Substanz produzieren, wie sie für den Einsatz in klinischen Prüfungen oder im Rahmen der personalisierten Medizin, wo Wirkstoffe für kleinere Patientengruppen maßgeschneidert hergestellt werden, oft ausreichen.

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